Vorgesetztenbeurteilung BMW Bank

Projektdetails
Regelmäßige Vorgesetztenbeurteilung seit 2000
Instrumente: Feedback-System mit Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung durch die Mitarbeiter, Feedback-Gespräche
Teilnehmer: alle Führungskräfte der BMW Bank
Projektziele: Führungskräfteentwicklung, Förderung der Zusammenarbeit, Kennzahlen für die Balanced Scorecard, Entwicklung der Unternehmenskultur, Mitarbeiterbindung
Besonderheiten: Maßgeschneidertes Instrument mit externem Benchmarking (Vorgesetzte anderer Unternehmen)
Feedback für Führungskräfte

Die BMW Bank führt jährlich ein Monitoring des Führungsverhaltens durch - Ausdruck einer Unternehmenskultur, in der sich Mitarbeiter und Vorgesetzte auf Augenhöhe begegnen. Auch für das Recruiting sowie die Bindung und Entwicklung des Personals liefert das Instrument wichtige Informationen.

Gute Führung ist nicht immer einfach: Vorgesetzte müssen organisieren, motivieren und unterstützen, während sie selbst stark eingebunden sind. Gleichzeitig erhalten sie nur selten eine offene Rückmeldung über ihre Führungsleistung, sodass Impulse für die persönliche Weiterentwicklung ausbleiben. Eine Aufwärtsbeurteilung der Führungskräfte durch die Mitarbeiter ihrer Abteilung kann hier wertvolle Hilfestellung leisten.



Das Befragungsinstrument umfasst mehrere Ebenen: Eine Selbsteinschätzung der Führungskraft und eine anonyme Beurteilung durch die Mitarbeiter der eigenen Abteilung werden jeweils über Online-Fragebogen erhoben. Hinzu kommt ein externes Benchmarking, also die anonyme Gegenüberstellung mit Vorgesetzten an derer Unternehmen. Auf dieser Basis wird ein detailliertes Gesamtgutachten erstellt.

Das Führungsverhalten wird dabei nach erprobten Kriterien wie Teamorientierung, Konfliktstärke, Steuerungsvermögen, Erfolgsorientierung und Entschlusskraft abgebildet. Vorgesetzte sollten außerdem ihre Mitarbeiter motivieren sowie für ausreichende Transparenz und eine gute Gesprächsatmosphäre in ihrer Abteilung sorgen können.

Auch Kontrolle und Delegation sind wichtige Merkmale einer guten Führungsleistung, ebenso die individuelle Mitarbeiterförderung und das Gewähren von Handlungsspielräumen. All diese Kriterien werden im Rahmen der Aufwärtsbeurteilung überprüft.

Im Anschluss an die Befragung werden die Ergebnisse mit der Führungskraft in einem Vier-Augen-Gespräch analysiert und mögliche Ursachen und Verknüpfungen sowie eventuelle Antworttendenzen hinterfragt. Besonders wichtig ist dabei, dass die Führungskraft die Unterschiede zwischen Selbsteinschätzung und Fremdbeurteilung wahrnimmt und möglichst selbstständig ihren Veränderungsbedarf definiert. Ein weiteres Ziel der Aufwärtsbeurteilung ist die Eröffnung eines Dialogs mit den Mitarbeitern und das gemeinsame Treffen verbindlicher Vereinbarungen für die Zukunft, damit Vertrauen und Zusammenhalt gestärkt werden.
Monitoring des Führungsverhaltens

Die BMW Bank führt seit 2000 jährlich in allen Leitungsebenen ein sogenanntes Monitoring des Führungsverhaltens als Online-Verfahren durch. Die Befragungsergebnisse werden in die Balanced Scorecard aufgenommen und sind somit steuerungsrelevant. Diese Aufwärtsbeurteilung ist bei der BMW Bank aber nicht nur ein Führungsinstrument, sondern vor allem auch Ausdruck einer Unternehmenskultur, bei der Vorge setzte und Mitarbeiter auf Augenhöhe mitein ander arbeiten. "Top-Down und Bottom-up-Beurteilungen stellen ein Gegenstromverfahren dar", erklärt Dr. Thomas Brakensiek, Vorsitzender der Geschäftsführung der BMW Bank. "Der einzelne Mitarbeiter wurde schon immer beurteilt. Dass er nun auch die Führungsleistung seines Vorgesetzten bewertet, ist relativ neu. Aber meiner Ansicht nach trägt der Einsatz eines solchen Verfahrens bei der BMW Bank mit dazu bei, dass auf einer fairen und wertschätzenden Basis mit einander gearbeitet wird. Unser Monitoring schafft somit ein wirkliches Miteinander."

War for talents

Die Vorgesetztenbeurteilung unterstützt zudem den Recruiting-Prozess. Die BMW Group ist laut Umfrageergebnissen einer der attraktivsten Arbeitgeber in Deutschland. Gleichzeitig ist sich die Unternehmensführung aber auch des immer stärkeren "War for talents" bewusst. "Die Attraktivität von BMW wirkt sicherlich als Magnet", so Brakensiek weiter. "Neben der Fachkompetenz des Einzelnen ist aber grundsätzlich wichtig, inwieweit die Chemie im Unternehmen stimmt. Auch hier spielt das Monitoring eine wichtige Rolle, genauso wie für die Personalbindung. Der Kreis schließt sich; zu uns kommen nicht nur die Besten, sie bleiben auch."

Seit der Einführung des Monitoring des Führungsverhaltens kann die BMW Bank bei den Befragungen stets auf eine sehr hohe Rücklaufquote verweisen. Für dieses große Vertrauen der Mitarbeiter hat die Projektleitung einiges an Vorarbeit geleistet. "In die Entwicklung des Instruments waren Führungskräfte und Mitarbeiter, aber auch Betriebsrat und Datenschutz beauftragte eingebunden, wodurch eine hohe Akzeptanz erreicht werden konnte", erklärt Projektleiterin Angelika Huber. "Diese Projektgruppe hat außerdem im Unternehmen eine wichtige Multiplikatorfunktion erfüllt und auch die Unternehmensführung hat das Instrument von Anfang an unterstützt." Für den wichtigsten Teil des Monitorings, das Feedback, sowie die Ableitung und Umsetzung von entsprechenden Maßnahmen wurde gemeinsam ein Leitfaden erstellt.

Besonders wichtig für den Erfolg eines solchen Befragungsprojekts im Unternehmen ist eine gute interne Kommunikation. Insbesondere bei der Einführung im Führungskreis mussten sämtliche Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Datenschutzes ausgeräumt werden. "Wir haben von Anfang an betont, dass das Monitoring der Optimierung des Führungsverhaltens und nicht der Kontrolle der Führungskräfte dienen soll", so Huber weiter. "Auch die Mitarbeiter wurden ausführlich über das neue Instrument informiert. Die Einladung zur Teilnahme erfolgte zudem direkt durch den Vor sitzenden der Geschäftsführung. Zu einer offenen Kommunikation und zur Vertrauensbildung hat außerdem der Umgang der Führungskräfte mit dem Tool beigetragen."

Quelle: geva-magazin Ausgabe 7

 

Projektleitung geva-institut

Britta Grebe-Bruns
Geschäftsführung
Tel.:089 2732110
E-Mail

Unternehmensporträt

BMW Financial Services
Als Unternehmen der BMW Group entwickelt BMW Financial Services individuelle Lösungen für den Mobilitätsbedarf von Privat- und Geschäftskunden. 1971 gegründet, gehört das Unternehmen heute zu den führenden Automobilbanken in Deutschland. Das Angebot umfasst Finanzierung und Leasing, Automobilversicherungen, Händlerfinanzierung und Flottenmanagement. Darüber hinaus bietet BMW Financial Services im Vermögensmanagement flexible und zeitgemäße Möglichkeiten für eine individuelle Anlageplanung.
www.bmwbank.de

geva-Gespräch

Aufwärts beurteilen
In Vorgesetztenbeurteilungen erhalten Führungskräfte Rückmeldung darüber, wie sie ihre Führungsleistung steigern können. Interview Britta Grebe-Bruns, Geschäfts- führung geva-institut.

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